Einen großen Anteil an der Popularisierung und Dynamisierung rechter Parolen hat auch in Russland mittlerweile eine rassistisch-rechtspopulistisch ausgerichtete Organisation, die 2002 gegründete »Bewegung gegen illegale Immigration« (DPNI). Diese sich teilweise an der FPÖ von Jörg Haider und der Front National von Jean-Marie Le Pen orientierende Organisation gibt vor, sich für die Interessen des »russischen Volkes« einzusetzen. Dabei verzichtet sie auf klassisch antisemitische Argumente, wie sie in großen Teilen der russischen extremen Rechten üblich sind, und konzentriert sich stattdessen darauf, die Schuld für soziale Missstände bei angeblich »illegalen Immigranten« zu suchen. Im Visier der DPNI sind dabei vor allem Menschen mit dunkler Hautfarbe. Die DPNI war in der Vergangenheit immerhin in der Lage in einigen Situationen lokale Konflikte ethnisch aufzuladen und, nachdem sie den Sündenbock präsentiert hatte, über das Internet ihre Anhänger zu mobilisieren. Die DPNI nutzte pogromartige Situationen in der Bevölkerung für ihre Zwecke und versuchte sich dabei im Rahmen nationalistischer Kundgebungen als die »Stimme des Volkes« zu präsentieren. Damit gelingt es ihr ein Themenfeld zu besetzen, bei dem sie mit einer hohen Zustimmung der russischen Bevölkerung rechnen kann. 55 Prozent der RussInnen stimmen der Forderung »Russia for Russians« zu! Gerade im Bereich der Propaganda gehört die DPNI zu den wichtigsten extrem-rechten Organisationen in Russland. Vor allem verstehen es die Akteure der »Bewegung«, sie als Sammelbecken für Menschen aus verschiedenen extrem rechten Lagern zu verkaufen. Besonders der Aufbau von paramilitärischen Strukturen hat dazu geführt, dass die Attraktivität der DPNI für Anhänger des militanten Neonazismus zugenommen hat. Eine federführende Rolle spielt die Organisation bei dem seit 2005 organisierten »Russischen Marsch«, an dem bis zu 3000 Anhänger teilnehmen. Der »Russische Marsch« zeigt das Wechselspiel zwischen extremer Rechter und staatlicher Politik. Er findet jährlich an jenem, von Putin neu geschaffenen Feiertag, dem »Tag der nationalen Einheit« statt. Dieser ist eine Steilvorlage für die extreme Rechte, die ihn seitdem aufgreift und mit rassistischen Parolen füllt.
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