Auf Grund der Geschichte existieren in Russland auch unterschiedliche Strömungen der extremen Rechten, die sich ideologisch und in ihren historischen Bezugspunkten teilweise sogar widersprechen. Ein kleiner Teil der extremen Rechten bezieht sich beispielsweise offen auf den Nationalsozialismus, obwohl dieser in weiten Kreisen der Bevölkerung auf Grund des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion (SU), bei dem über 20 Millionen BürgerInnen der SU ums Leben kamen, abgelehnt wird. Der Nationalsozialismus wird allgemein als »unrussisch« oder »russlandfeindlich« eingestuft. Wichtiger als die Neonazis sind die Organisationen des russischen Nationalismus, die der imperialistischen Phantasie einer neuen Weltmacht Russland anhängen. Auch deren Ideologie ist mit rassistischen und antisemitischen Motiven aufgeladen. Neu ist, dass sie sich mit dem Thema Migration auseinandersetzen und es als Aufhänger nutzen, wie beispielsweise die »Bewegung gegen illegale Immigration«. Sie verfügt nicht über einen geschlossenen extrem rechten Gesellschaftsentwurf, sondern versucht die Bürger mit rassistischen und nationalistischen Parolen zu mobilisieren. Hierbei handelt es sich um ein strategisches Vorgehen, denn der Vorsitzende dieser »Bewegung« Alexander Below (Potkin) war schon in der ersten nationalistischen, zur Zeit der Perestroika gegründeten Organisation »Pamjat« aktiv. |
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